In dieser Übung lernen Feuerwehrangehörige den sicheren Umgang mit Nutztieren bei Bränden, mit Fokus auf Eigensicherung, Tierverhalten und praktische Rettungstechniken.
Brände in Stallungen oder landwirtschaftlichen Betrieben stellen eine besondere Herausforderung dar. Neben der Brandbekämpfung steht hier der Umgang mit Nutztieren im Vordergrund. Die Übung kombiniert theoretische Grundlagen mit praktischen Anwendungen direkt vor Ort.
Im Vorfeld wird ein Tierarzt, Landwirt oder ein Betrieb mit Nutztierhaltung angefragt, der die Ausbildung unterstützt. Mit dieser Person dann Abstimmen, welche praktischen Demonstrationen möglich sind um die Feuerwehrübung mit Nutztieren bestmöglichst zu gestalten.
In einem Theorieteil werden Grundlagen vermittelt:
Verhalten von Nutztieren bei Feuer, Rauch und Lärm
Erkennen von Stresssignalen
Eigensicherung im Umgang mit großen Tieren
Besonderheiten bei verschiedenen Tierarten (z. B. Rinder, Schweine, Pferde)
Taktische Möglichkeiten: Retten, Beruhigen, ggf. kontrolliertes Belassen im Stall
Im praktischen Teil werden Situationen vor Ort durchgespielt. Dazu gehört:
Annäherung an Nutztiere in Panik oder Stress
Praktische Demonstration des sicheren Führens von Tieren aus dem Stall
Anschlagen von Tieren mit geeigneten Mitteln (z. B. Schläuche, Schlingen), um sie aus misslichen Lagen zu befreien (z. B. Güllegrube, Graben)
Verhalten bei eingeschlossenen Tieren, wenn eine sofortige Rettung nicht möglich ist
Die Feuerwehrübung mit Nutztieren kann, je nach Möglichkeit, direkt in einem landwirtschaftlichen Betrieb oder Stall durchgeführt werden. Alternativ kann eine abgespeckte Variante mit Anschlageübungen an Übungspuppen oder Attrappen durchgeführt werden.