Brandbekämpfungsübung: Brandphänomenen, Wärmebildkamera, Schlauchmanagement im Übungsturm und Personenrettung.
Die Übung gliedert sich in vier Teile: Theorie und Praxis. Teil drei und vier wurden getrennt durchgeführt, da wir unbedingt Wasser auf den Schlauch geben wollten und gleichzeitig die Grundlagen wie Treppenhaus und Rauchschutzvorhang üben wollten. Die Gegebenheiten können selbstverständlich an jede Feuerwehr angepasst werden.
Nach dem Antreten wurden die drei wichtigsten Brandphänomene an einer Flipchart besprochen. Dabei wurde das vorhandene Wissen der Teilnehmer abgefragt und durch den Ausbilder ergänzt. Zur besseren Veranschaulichung wurden die Vorgänge bildlich dargestellt.
Flashover (Flammenübersprung):
Ein Flashover bezeichnet den Übergang vom Entstehungsbrand zum Vollbrand. Durch die enorme Strahlungswärme von Feuer und Rauchgasen erhitzen sich alle brennbaren Materialien im Raum so stark, dass ihre Oberflächen nahezu gleichzeitig Feuer fangen.
Gefahren für Atemschutzgeräteträger: Sehr schneller Temperaturanstieg, rasante Brandausbreitung und die Gefahr, dass Rückzugswege plötzlich durch Flammen versperrt werden.
Rollover:
Beim Rollover, auch Rauchgasdurchzündung genannt, entzünden sich brennbare Gase, die sich im heißen Rauch gesammelt haben, schlagartig, sobald das Mischungsverhältnis mit Sauerstoff stimmt. Dies kann auch außerhalb des eigentlichen Brandraums auftreten. Die Hauptgefahr liegt in der Wärme- und Flammenentwicklung, die zu einer schnellen Brandausbreitung führt.
Backdraft:
Ein Backdraft, auch Rauchgasexplosion genannt, entsteht bei einem unterventilierten Brand. Im Raum ist zu wenig Sauerstoff für eine vollständige Verbrennung vorhanden, dennoch bilden sich bei hohen Temperaturen brennbare Gase. Wird plötzlich Sauerstoff zugeführt, etwa durch das Öffnen einer Tür, kann es zu einer explosionsartigen Entzündung des Gas-Luft-Gemisches kommen.
Angelehnt an die Stationsausbildung Wärmebildkamera wurden drei Übungsbeispiele aufgebaut und gemeinsam durchlaufen. Die Wärmebildkamera wurde dabei immer weitergegeben, sodass jeder Teilnehmer die Stationen selbst betrachten konnte. Typische Fehlerquellen wurden besprochen und erläutert.
Vorbereitung:
Ein Löschfahrzeug wurde bereitgestellt, vor dem Übungsturm wurde ein Verteiler positioniert. Dort lagen zwei Schlauchtragekörbe (einer mit Strahlrohr) sowie ein Rauchschutzvorhang bereit. Am Fenster im 1. Obergeschoss stand eine Steckleiter.
Aufgabe:
Die Trupps rüsteten sich am Fahrzeug mit Pressluftatmern aus – Zielzeit unter zwei Minuten. Am Verteiler mussten sie fünf Liegestütze und fünf Kniebeugen absolvieren. Anschließend wurde der Rauchschutzvorhang gesetzt und ein Schlauchtragekorb angeschlossen. Die Leitung wurde ins 1. OG verlegt und gesichert. Nach einem kurzen Wasserstoß aus dem Fenster wurde das Strahlrohr geschlossen. Danach verließ der Trupp das Gebäude über die Steckleiter (gesichert). Zurück am Fahrzeug folgten erneut fünf Liegestütze und fünf Kniebeugen. Der nächste Trupp baute die Schläuche sowie den Rauchschutzvorhang ab, bereitete alles wieder vor und startete, sobald er im Fahrzeug saß.
Aufbau:
In der Waschbox wurde mit Boxen und Biertischgarnituren eine Wohnung nachgebaut, wobei die Ecken so gestellt wurden, dass sie nicht verschoben werden konnten. Hindernisse wie weitere Gegenstände erschwerten zusätzlich den Zugang.
Durchführung:
Ein weiteres Löschfahrzeug wurde benötigt, das Material für einen Wohnungsbrand wurde vorbereitet und über eine Strecke von rund 50 Metern zur Waschbox transportiert. Dazu gehörten zwei Schlauchtragekörbe, ein Schlauchpaket, Brechwerkzeug und eine Wärmebildkamera. Am Verteiler wurde eine Leitung bis zur Wohnung verlegt. An der Rauchgrenze erhielten die Atemschutzgeräteträger eine spezielle Folie, die Rauch simulierte.
Während des Vorgehens mussten alle Befehle und Lagemeldungen an den Gruppenführer übermittelt werden. In der Wohnung war eine Person versteckt, die schnellstmöglich gefunden und gerettet werden musste. Nach Abschluss baute der eingesetzte Trupp zusammen mit dem übrigen Personal die Schlauchleitung wieder ab.
Abschluss:
Nach allen Durchgängen wurden die einzelnen Teile der Übung gemeinsam nachbesprochen und die wichtigsten Erkenntnisse festgehalten.
Die Übung wurde mit 4 Trupps, 2 Maschinisten, 1 Gruppenführer und 2 Übungsbeobachter durchgeführt.