Werne (ots) -
Wie funktioniert die Feuerwehr, wenn zahlreiche Einsatzstellen gleichzeitig bewältigt werden müssen? Und wie greifen die verschiedenen Einheiten bei einer komplexen Schadenslage ineinander? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Feuerwehr Werne bei ihrer Gesamtwehrübung am Samstag, 10. Oktober 2026. Rund 70 Einsatzkräfte aus allen Einheiten beteiligten sich an der Übung, bei der sowohl die Abläufe bei großflächigen Schadensereignissen als auch die Zusammenarbeit bei einem größeren Einsatzszenario trainiert wurden.
Zu Beginn stand die Beübung des sogenannten Meldekopfes im Mittelpunkt. Dieser wird bei sogenannten Flächenlagen alarmiert, beispielsweise bei Unwettern, Stromausfällen oder anderen Schadensereignissen, bei denen eine Vielzahl von Einsatzstellen gleichzeitig auftreten kann. Nach der Alarmierung sammelten sich rund acht Einsatzkräfte im Gerätehaus Werne-Mitte. Dort galt es, die erforderliche Technik hochzufahren, die Arbeitsplätze einzurichten und den Meldekopf für die Koordination der Einsätze vorzubereiten.
Im Anschluss wurden die Einsatzkräfte alarmiert, um die Gerätehäuser zu besetzen und die Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge sicherzustellen. Die Alarmierung der Fahrzeuge und die Weitergabe der Einsatzaufträge erfolgten im Übungsszenario über den Meldekopf im Gerätehaus Werne-Mitte. Anschließend galt es, die vorbereiteten Abläufe praktisch umzusetzen. So wurden verschiedene Einsatzstellen simuliert, darunter vollgelaufene Keller, umgestürzte Bäume auf Straßen und weitere typische Schadenslagen. Die Einsatzkräfte mussten die Aufträge entgegennehmen, ausrücken und die jeweiligen Szenarien abarbeiten. Damit wurden insbesondere die Kommunikationswege, die Koordination und das Zusammenspiel der Einheiten unter realitätsnahen Bedingungen geübt.
Im weiteren Verlauf der Gesamtwehrübung wartete auf die Feuerwehrleute ein größeres Szenario auf dem Gelände der Firma Raiffeisen. Dort war ein Pkw verunfallt, insgesamt waren neun Personen betroffen beziehungsweise verletzt. Zusätzlich war durch das Zündeln Jugendlicher ein Brand in einer angrenzenden Lagerhalle ausgebrochen. Damit ergab sich eine komplexe Einsatzlage, bei der zahlreiche Einsatzkräfte mit unterschiedlichen Aufgaben gefordert waren.
Während Trupps zur Menschenrettung vorgingen und sich um die betroffenen Personen kümmerten, wurde gleichzeitig die technische Rettung einer im Pkw eingeschlossenen Person durchgeführt. Weitere Einsatzkräfte übernahmen Aufgaben im Zusammenhang mit dem Brandgeschehen. Auch die Drehleiter kam zum Einsatz, um die Lagerhalle aus der Höhe zu kontrollieren und die Lage zu erkunden. Nach und nach wurden weitere Kräfte eingebunden, sodass die verschiedenen Aufgabenbereiche koordiniert abgearbeitet werden mussten. Dabei standen neben der Menschenrettung und der technischen Hilfeleistung insbesondere die Abstimmung zwischen den eingesetzten Einheiten und die Koordination der unterschiedlichen Einsatzmaßnahmen im Mittelpunkt.
Auch Bürgermeister und Vertreter aus der Politik waren eingeladen, um sich vor Ort ein Bild von den Übungsszenarien und der Arbeit der Feuerwehr zu machen. Tobias Tenk, Leiter der Feuerwehr Werne, stand den Gästen während der gesamten Übung für Fragen und Erläuterungen zur Verfügung. So erhielten die Besucher Einblicke in die vielfältigen Aufgaben der Feuerwehr sowie in die organisatorischen Abläufe, die bei größeren Schadensereignissen notwendig sind.
Nach Abschluss der Übung kamen die Beteiligten im Gerätehaus Werne-Mitte zusammen. Bei Essen und Getränken klang die Gesamtwehrübung 2026 in gemeinschaftlicher Runde aus. Die Übung bot den rund 70 Einsatzkräften aus allen Einheiten die Gelegenheit, unterschiedliche Einsatzlagen zu trainieren, die Zusammenarbeit zu festigen und die Abläufe für den Ernstfall praktisch zu erproben.
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