Presseportal

FW-ROW: Kreisfeuerwehrbereitschaft Rotenburg-Nord übt in Loxstedt

14.09.2026
0 Aufrufe
5 Min. Lesezeit
FW-ROW: Kreisfeuerwehrbereitschaft Rotenburg-Nord übt in Loxstedt
Loxstedt/LK Cuxhaven u. LK Rotenburg (Wümme) (ots) -

Groß angelegte Übung mit den Schwerpunkten Brandbekämpfung, technische Hilfeleistung sowie Deich- und Hochwasserschutz

Die Kreisfeuerwehrbereitschaft (KFB) Rotenburg-Nord führte am 12. September eine umfangreiche Einsatzübung im südlichen Landkreis Cuxhaven durch. Als Übungsorte standen das Betriebsgelände der Emery Oleochemicals GmbH in Loxstedt sowie das Luneschöpfwerk in Indiek zur Verfügung.

Ziel der Übung war es, die Zusammenarbeit der verschiedenen Züge der Kreisfeuerwehrbereitschaft unter realitätsnahen Bedingungen zu trainieren. Im Mittelpunkt standen dabei die Übernahme des erweiterten Brandschutzes und der Technischen Hilfeleistung, die Bewältigung von Schadenslagen in einem Chemiebetrieb sowie Maßnahmen zum Deich- und Hochwasserschutz.

Geschlossener Verband von Gnarrenburg nach Loxstedt

Bereits um 7:30 Uhr trafen sich die Einheiten der Kreisfeuerwehrbereitschaft am Feuerwehrhaus in Gnarrenburg. Von dort aus verlegten die Einsatzkräfte im geschlossenen Verband in das Gewerbegebiet Stotel. Nach dem Eintreffen wurden die Einsatzleiter und Zugführer durch die Übungsleitung in die angenommene Lage eingewiesen. Anschließend erhielten die einzelnen Züge ihre Einsatzbefehle und rückten zu den jeweiligen Einsatzstellen ab.

Unwetterlage als Ausgangsszenario

Als Ausgangslage für die Übung wurde ein schweres Unwetter angenommen, das mit einer Windhose, extremen Böen und sintflutartigen Starkregenfällen über den südlichen Landkreis Cuxhaven hinweggezogen war.vDie Gemeinde Loxstedt war in diesem Szenario massiv betroffen. Dutzende umgestürzte Bäume, abgedeckte Dächer, großflächige Stromausfälle und stark angestiegene Pegelstände der Binnengewässer sorgten für zahlreiche Einsatzstellen. Sämtliche 14 Ortsfeuerwehren der Gemeinde Loxstedt sowie die Einheiten des Brandschutzabschnitts Cuxhaven-Süd befanden sich bereits seit vielen Stunden im ununterbrochenen Dauereinsatz. Mensch und Material waren an der Belastungsgrenze.

Um 03:15 Uhr wurde durch die Gemeinde Loxstedt eine Großschadenslage beziehungsweise ein außergewöhnliches Ereignis ausgerufen. Da die eigenen Einsatzkräfte im gesamten Landkreis gebunden waren, forderte die Leitstelle überörtliche Unterstützung an. Daraufhin wurde die Kreisfeuerwehrbereitschaft Rotenburg-Nord alarmiert, um die Gemeinde Loxstedt bei der Bewältigung der Schadenslage zu unterstützen.

Deichverteidigung und neue Sandsackfüllmaschine im Einsatz

Ein Schwerpunkt lag auf dem Deich- und Hochwasserschutz in Loxstedt-Indiek am Luneschöpfwerk. Die Sandsackfüllgruppe, die aus der Ortswehr Minstedt und Kutenholz besteht, übernahm die simulierte Deichverteidigung an einer Schadstelle. Die Maßnahmen erfolgten unter der fachlichen Leitung von Oberdeichgraf Hans-Otto Hancken. Die Übung bot zugleich die Möglichkeit, die neu beschaffte Sandsackfüllmaschine vom Land Niedersachsen erstmals unter Einsatzbedingungen zu erproben. Mit ihrer Hilfe wurden Sandsäcke gefüllt und Maßnahmen zur Sicherung des Luneschöpfwerks vorbereitet.

Brand in einer Industrieanlage fordert Einsatzkräfte

Für die weiteren Kräfte wurde auf dem Gelände der Emery Oleochemicals GmbH ein komplexes Schadensszenario angenommen. Ausgangspunkt war ein Feuer in einer Veresterungsanlage. Vier Personen wurden vermisst, davon zwei in einem Fahrstuhl eingeschlossen. Gleichzeitig war die Stromversorgung des betroffenen Gebäudes ausgefallen.

Durch den angenommenen Brand entstand eine dichte Rauchwolke, die in Richtung des nahegelegenen Wohngebietes Loxstedt-Nordfelde zog. Neben der Menschenrettung und der Brandbekämpfung im Innenangriff mussten die Einsatzkräfte daher auch die mögliche Rauchausbreitung beurteilen und gegebenenfalls Maßnahmen zur Warnung und Messung einleiten. Eine weitere Aufgabe bestand darin, eine geeignete Wasserentnahmestelle zu bestimmen und eine ausreichende Wasserversorgung über einen Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen aufzubauen.

Gefahr durch ausgefallene Kühlung eines Chemikalienbehälters Zusätzlich wurde ein Störfall im Bereich der Veresterungsanlage 2 angenommen. Infolge des Schadensereignisses schalteten mehrere Anlagenteile automatisch ab. Während dieses Abschaltvorgangs kam es zu einem Folgefehler: Der Kühlkreislauf eines Chemikalienbehälters im Tanklager 13 fiel aus. Dadurch bestand die Gefahr einer weiteren Erwärmung und letztlich des Berstens des Behälters.

Eine besondere Herausforderung stellte dabei die unmittelbare Nähe zur stark befahrenen Bahnstrecke Bremen-Bremerhaven dar. Die Einsatzkräfte mussten deshalb zunächst einen Überblick über die betroffenen Gebäude und Anlagen gewinnen. Hierzu wurden Übersichtspläne bei der Werkseinsatzleitung angefordert und die erforderlichen Sicherheitsdatenblätter des gelagerten Stoffes eingeholt. Anschließend galt es, den betroffenen Bereich unter Einhaltung der notwendigen Sicherheitsabstände mit Wasser zu kühlen und dadurch eine weitere Eskalation der Lage zu verhindern.

Technische Hilfeleistung mit mehreren eingeklemmten Personen

Auch der Zug Technische Hilfeleistung hatte mehrere Einsatzaufgaben zu bewältigen. Insgesamt mussten drei eingeklemmte Personen betreut und aus ihren jeweiligen Zwangslagen befreit werden. In einem Szenario war ein Mitarbeiter des Unternehmens bei einem Arbeitsunfall durch einen schweren Kondensator eingeklemmt worden. Zeitgleich fuhr ein Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Cuxhaven mit seinem Pkw auf das Betriebsgelände, um eine routinemäßige Überprüfung der Abwasseraufbereitung durchzuführen.

Aus bislang ungeklärter Ursache verlor der Fahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug und prallte frontal gegen einen vor der Anlage abgestellten Gabelstapler der Schlosserei. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Fahrer im Fahrzeug eingeklemmt. Gleichzeitig brach im Motorraum ein Feuer aus, das auf den Innenraum überzugreifen drohte. Die Einsatzkräfte mussten die Brandbekämpfung einleiten, die eingeklemmten Personen schnellstmöglich retten und gleichzeitig die erforderliche Wasserversorgung sicherstellen.

Erfolgreiches Übungsende nach rund fünf Stunden

Gegen 12:30 Uhr wurde die Übung beendet. Anschließend begannen die Einsatzkräfte mit dem Rückbau der Gerätschaften und der Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft. Danach verlegten die Einsatzkräfte erneut nach Stotel. Dort wurde sie durch den Verpflegungszug der KFB-Rotenburg-Süd mit einer warmen Mahlzeit versorgt. Nach der gemeinsamen Stärkung traten die Einheiten im geschlossenen Verband die Rückfahrt zur Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) nach Zeven an. Dort wurden unter anderem Schläuche getauscht und die Atemluftflaschen der Atemschutzgeräteträger wieder befüllt.

Gegen 16:30 Uhr konnte Abschnittsleiter Jörg Suske die Kreisfeuerwehrbereitschaft offiziell auflösen und der bedankte sich bei allen beteiligten insbesondere bei den Kräften aus dem Landkreis Cuxhaven sowie den Firmen, wo die Übungen stattfinden konnten. Die Einsatzkräfte konnten anschließend nach einem intensiven Übungstag in das wohlverdiente Wochenende gehen. Insgesamt waren 32 Fahrzeuge mit rund 150 Einsatzkräften an der Übung beteiligt. Die Drohnengruppen der Kreisfeuerwehr und der Gemeinde Gnarrenburg sowie die Sandsackfüllgruppe bestehend aus der Feuerwehr Minstedt und dem THW Ortsverein Kutenholz.

Die Übung zeigte einmal mehr, wie wichtig die überörtliche Zusammenarbeit und das Zusammenspiel unterschiedlicher Fachzüge bei großflächigen Schadenslagen sind. Gerade bei Szenarien, bei denen Brandbekämpfung, Technische Hilfeleistung, Gefahrstofflagen sowie Deich- und Hochwasserschutz gleichzeitig gefordert sind, ist eine gut ausgebildete und eingespielte Kreisfeuerwehrbereitschaft ein wichtiger Bestandteil der Gefahrenabwehr.

Rückfragen bitte an:

Kreisfeuerwehr Rotenburg (Wümme) stellv. Kreispressesprecher Alexander Schröder Telefon: 0172 2062789 E-Mail: [email protected] https://www.lk-row.de/feuerwehr

Original-Content von: Kreisfeuerwehr Rotenburg (Wümme), übermittelt durch news aktuell

Bildergalerie

FW-ROW: Kreisfeuerwehrbereitschaft Rotenburg-Nord übt in Loxstedt
FW-ROW: Kreisfeuerwehrbereitschaft Rotenburg-Nord übt in Loxstedt
FW-ROW: Kreisfeuerwehrbereitschaft Rotenburg-Nord übt in Loxstedt
FW-ROW: Kreisfeuerwehrbereitschaft Rotenburg-Nord übt in Loxstedt
FW-ROW: Kreisfeuerwehrbereitschaft Rotenburg-Nord übt in Loxstedt

Original-Content von: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/134804/6351962

Pressestelle: (OTS)

Keine Kommentare

Sortieren nach
G