Malsch (ots) -
Am 18. Juli fand im Feuerwehrhaus Malsch das zweite Modul der Fortbildungsreihe zur Vegetationsbrandbekämpfung des Feuerwehrverbands Rhein-Neckar-Kreis statt. Während im ersten Modul die Grundlagen auch für Einsatzkräfte ohne Führungsfunktion vermittelt wurden, richtete sich das darauf aufbauende Modul II gezielt an Führungskräfte.
Johannes Kern, stellvertretender Vorsitzender des Feuerwehrverbands Rhein-Neckar-Kreis und Fachgebietsleiter Ausbildung, begrüßte die Teilnehmer aus zahlreichen Feuerwehren des Verbandsgebietes. Durchgeführt wurde die ganztägige Fortbildung von Referenten des gemeinnützigen Vereins @fire, der international in der Vegetationsbrandbekämpfung und Trümmerrettung tätig ist.
Im Mittelpunkt standen die besonderen Anforderungen an Führungskräfte bei Wald- und Flächenbränden. Anders als Gebäude oder Fahrzeuge bewegt sich ein Vegetationsbrand fortlaufend. Wind, Topografie, Vegetation, Tageszeit und thermische Einflüsse können die Ausbreitung innerhalb kurzer Zeit erheblich verändern. Der Schutz der Einsatzkräfte und die fortlaufende Neubewertung der Lage besitzen deshalb höchste Priorität.
In Gruppenarbeiten vertieften die Teilnehmer die Sicherheitsregel LACES. Sie umfasst Lagebeobachtung, Ankerpunkt, Kommunikation, Rückzugswege und Sicherheitszonen. Ergänzend wurden typische Risikosituationen, die Erkundung, die Befehlsgebung und taktische Möglichkeiten besprochen.
Besonders praxisnah vermittelten die Referenten verschiedene Einsatzlagen mithilfe eines sogenannten Sandkastens. Mit einfachen Mitteln wurden Geländeformen, Gebäude und wechselnde Brandausbreitungen dargestellt. Die Teilnehmer mussten die Lage erkunden, Gefahren erkennen und geeignete Einsatzmaßnahmen entwickeln.
Im taktischen Teil wurden direkte und indirekte Vorgehensweisen gegenübergestellt. Bei geringer Brandintensität kann das Feuer unmittelbar bekämpft werden. Bei hoher Intensität stehen dagegen Kontrolllinien, Brandschneisen und der Schutz gefährdeter Gebäude im Vordergrund. Auch die AFFEn-Taktik mit Ankerpunkt, Flanke, Front und Einkreisen wurde erläutert.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Vegetationsbränden im Übergangsbereich zur Bebauung. An verschiedenen Beispielen wurde gezeigt, wie Gebäude vorbereitet, geräumt und verteidigt werden können. Dabei wurde auch die Bedeutung des vorbeugenden Brandschutzes durch Grundstückseigentümer hervorgehoben.
Die Fortbildung zeigte eindrucksvoll, wie wichtig eine strukturierte Führung, klare Kommunikation und die konsequente Anwendung der Sicherheitsgrundsätze bei dynamischen Vegetationsbränden sind.
Mit dem Fortbildungsformat "Vegetationsbrandbekämpfung" trägt der Feuerwehrverband Rhein-Neckar-Kreis der wachsenden Bedeutung dieses Einsatzgebietes Rechnung. Wie stark das Waldbrandgeschehen von Trockenheit und Witterung beeinflusst wird, zeigen die bundesweiten Zahlen: Im besonders belasteten Jahr 2022 wurden in Deutschland 2.397 Waldbrände mit einer betroffenen Fläche von mehr als 3.000 Hektar registriert. Das langjährige Mittel liegt bei mehr als 1.100 Waldbränden pro Jahr. Der Feuerwehrverband unterstützt die Feuerwehren mit seinem zweistufigen Ausbildungsangebot dabei, sich frühzeitig auf diese dynamischen und für die Einsatzkräfte besonders anspruchsvollen Gefahrenlagen vorzubereiten.
Das Fachgebiet Ausbildung möchte das Fortbildungsangebot in den kommenden Monaten weiter ausbauen und zusätzliche Ausbildungsmöglichkeiten für die Feuerwehren im Verbandsgebiet schaffen. Hierfür ist jedoch eine personelle Verstärkung des Fachgebietes erforderlich. Einsatzkräfte, die ihre Kenntnisse und Erfahrungen in die Ausbildungsarbeit des Feuerwehrverbandes einbringen möchten, können sich an die Geschäftsstelle des Feuerwehrverbands Rhein-Neckar-Kreis wenden.
Rückfragen bitte an:
Kreisfeuerwehrverband Rhein-Neckar-Kreis e.V. Oliver Koob Telefon: (06262) 925 07 48 E-Mail:
[email protected] https://kfv-rnk.de/ Original-Content von: Kreisfeuerwehrverband Rhein-Neckar-Kreis e.V., übermittelt durch news aktuell