Paderborn (ots) -
(sg) Wir berichteten am heutigen Morgen über einen laufenden Einsatz an der Schule: "Realschule in der Südstadt". Anbei erhalten sie hier die Abschlussmeldung.
Die Feuerwehr Paderborn wurde am 05.10.2026 gegen kurz nach 11:00 Uhr zunächst zu einer Brandnachschau an einer Realschule in der Südstadt alarmiert. Bereits bei Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stellte sich heraus, dass es sich nicht um eine Brandnachschau, sondern um mehrere Schülerinnen und Schüler mit Atemwegsreizungen handelte.
Die Schule wurde daraufhin vorsorglich vollständig geräumt. Aufgrund der weiteren Lageentwicklung wurde die Alarmstufe erhöht und zusätzliche Führungskräfte der Feuerwehr Paderborn, darunter der B-Dienst und C-Dienst, zur Einsatzstelle entsandt.
Die Feuerwehr führte mit den ihr zur Verfügung stehenden Messgeräten umfangreiche Messungen durch.
Dabei konnten keine verwertbaren Schadstoffkonzentrationen festgestellt werden. Auch eine auffällige Geruchswahrnehmung wurde zunächst nicht festgestellt. Da jedoch auch Einsatzkräfte im Nahbereich der Schule leichte Atemwegsreizungen bemerkten, wurde vorsorglich auch der Schulhof geräumt.
Im weiteren Einsatzverlauf klagten insgesamt 44 Schülerinnen und Schüler sowie vier Lehrkräfte über entsprechende Beschwerden. Die betroffenen Personen wurden in der angrenzenden Sporthalle gesammelt und durch den Rettungsdienst mit einem nachalarmierten Notarzt und dem leitenden Notarzt medizinisch erfasst und betreut.
Vorsorglich wurde außerdem ein Bereitschaftsraum für einen sogenannten MANV 10 am Südring eingerichtet. MANV steht für "Massenanfall von Verletzten" und bezeichnet eine Einsatzlage, bei der eine größere Anzahl betroffener Personen gleichzeitig medizinisch versorgt werden muss. Der Behandlungsplatz ermöglicht in einem solchen Fall eine strukturierte Versorgung und Registrierung der Betroffenen.
Zur weiteren Erkundung und Ursachenermittlung wurde unter anderem ein Fachberater Chemie der Universität Paderborn hinzugezogen. Darüber hinaus unterstützte die Polizei bei der Räumung und Betreuung der Schülerinnen und Schüler und nahm die Ermittlungen auf. In dem Bereich, in dem auch nach längeren Lüftungsmaßnahmen weiterhin Beschwerden auftraten, wurden mehrere Schülerspinde auf der Suche nach einer ursächlichen Substanz geöffnet und kontrolliert.
Nach einer umfassenden Querlüftung des Schulgebäudes kann voraussichtlich der Unterricht am Folgetag wieder aufgenommen werden. Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte ohne Beschwerden konnten im weiteren Einsatzverlauf entlassen werden. Auch bei den betroffenen Schülerinnen und Schüler mit anfänglichen Symptomen klangen im weiteren Einsatzverlauf die Beschwerden ab und sie konnten nach der rettungsdienstlichen Erfassung durch ihre Erziehungsberechtigten abgeholt werden. Ein Transport von Patienten musste nicht erfolgen.
Die aufgrund des zeitintensiven Einsatzes verwaiste Wache Süd wurden durch ehrenamtliche Einheiten für eventuelle Folgeeinsätze besetzt. Der Einsatz konnte gegen 16:30 Uhr beendet werden. Die Ursache für die aufgetretenen Atemwegsreizungen ist derzeit noch nicht abschließend geklärt. Die Ermittlungen von Polizei und Kriminalpolizei dauern an.
Einsatzdauer: ca. 11:00 Uhr bis 16:30 Uhr Betroffene: 44 Schülerinnen und Schüler, 4 Lehrkräfte Beteiligte: 1 HLF, 6 RTW aus PB und Bad Lippspringe, 3 NEF aus PB und Salzkotten, Leitender Notarzt und Organisatorischer Leiter Rettungsdienst, GW-Rett PB und GW-San mit 1 KTW-B des DRK, GW-Küche, Polizei, Kriminalpolizei und Fachberater Chemie
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