Mainz (ots) -
Der vergangene Sonntag hat gezeigt, was ein ausgeprägter Hitzetag für Feuerwehr, Führungsdienste und Katastrophenschutz bedeutet. Hohe Temperaturen, viele parallele Einsätze und ein großer Unterstützungsbedarf im gesamten Leitstellenbereich haben die Einsatzkräfte stark gefordert.
Ein Schwerpunkt lag auf dem Waldbrand im Kreis Bad Kreuznach. Rund 50 Einsatzkräfte aus Mainz unterstützten dort in der Nacht. Auch Führungskräfte der Feuerwehr Mainz waren eingebunden, unter anderem zur Unterstützung der Einsatzleitung.
Parallel wurde am Standort der Berufsfeuerwehr Mainz rückwärtige Führungsunterstützung geleistet. Von dort aus wurden Kräfte und Einsatzmittel aus dem gesamten Leitstellenbereich koordiniert und in enger Abstimmung mit den Brand- und Katastrophenschutzinspekteuren zur Einsatzstelle geführt.
Dafür waren am Standort der Berufsfeuerwehr durchgehend zusätzliche Disponentinnen und Disponenten gebunden. Auch dienstfreie Disponentinnen und Disponenten der Berufsfeuerwehr wurden alarmiert, um dort weitere Arbeitsplätze zu besetzen und zusätzliche Kapazitäten zu schaffen. Der Lagedienst der Feuerwehr Mainz übernahm dabei eine zentrale Rolle als Verbindung zwischen Einsatzleitung, Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz und dem Leitstellenbetrieb am Standort der Berufsfeuerwehr.
"Solche Tage zeigen, dass Feuerwehr und Katastrophenschutz weit mehr leisten als den sichtbaren Einsatz vor Ort. Hinter größeren Lagen stehen Führungsarbeit, Leitstelle, Logistik und Versorgung. Bei großer Hitze kommt eine enorme körperliche Belastung für die Einsatzkräfte hinzu", sagt Amtsleiter Stefan Behrendt.
Auch im Stadtgebiet Mainz war die Feuerwehr stark gefordert. Insgesamt wurden am Sonntag 45 Einsätze bewältigt. Das ist mehr als dreimal so viel wie an durchschnittlichen Tagen. Im gesamten Leitstellenbereich wurden rund 100 Feuerwehreinsätze alarmiert. Auch das Notrufaufkommen am Standort der Berufsfeuerwehr war deutlich erhöht: Zwischen 7 und 19 Uhr wurden dort 2.528 Notrufe registriert. Üblich sind in einem vergleichbaren Zeitraum rund 1.600.
Zusätzlich wurde der Brand- und Katastrophenschutz in enger Abstimmung mit dem Ärztlichen Leiter Rettungsdienst zur Unterstützung der medizinischen Gefahrenabwehr eingebunden. Ziel war es, auftretende Spitzenbelastungen abzufedern und die zuständigen Strukturen dort zu unterstützen, wo kurzfristig zusätzliche Ressourcen benötigt wurden. In einzelnen Bereichen Mainzer Krankenhäuser kam es zu stark erhöhten Raumtemperaturen. Die Feuerwehr stellte kurzfristig Lüfter bereit. Wegen des hohen Bedarfs unterstützte auch die Feuerwehr Ingelheim mit zusätzlichen Lüftern.
Vorsorglich wurden gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern von Rettungsdienst und Stadtverwaltung, darunter Oberbürgermeister Nino Haase, weitere Maßnahmen vorbereitet. Dazu gehörte die Planung einer klimatisierten Halle als vorgeschaltete Sichtungs- und Behandlungsstelle. Dort hätten Kräfte des Bevölkerungsschutzes Patientinnen und Patienten versorgen können, um die Notaufnahmen bei Bedarf zu entlasten. Die Maßnahme musste nicht umgesetzt werden, da die Lage anderweitig stabilisiert werden konnte.
Zur zusätzlichen Absicherung wurden Einheiten des medizinischen Bevölkerungsschutzes alarmiert. Außerdem unterstützten die Berufsfeuerwehr mit Notfallsanitätern und Feuerwehrfahrzeugen. Sie kamen vereinzelt zum Einsatz, um bei lebensbedrohlichen Notfällen die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken. Der Brand- und Katastrophenschutz ersetzt dabei nicht die Regelstrukturen, kann aber in besonderen Lagen gezielt unterstützen und kurzfristig zusätzliche Hilfe bereitstellen.
Auch am Montag beschäftigt die EInsatzlage noch die Leitstelle. Für rund 250 Einsatzkräfte beim Waldbrand im Kreis Bad Kreuznach setzte sich am Morgen eine Versorgungseinheit aus dem Landkreis Alzey-Worms in Gang. Ein besonderer Dank gilt außerdem den Veranstaltern des Spendenlaufs an der MEWA Arena. Gespendete Getränke und Energieriegel wurden der Feuerwehr übergeben und auch an diensthabende Rettungskräfte verteilt.
Die aktuelle Hitze zeigt, wie stark Wetterlagen Bevölkerung, Einsatzkräfte und kritische Infrastruktur belasten können. Jede und jeder kann helfen, die Folgen zu begrenzen: Körperliche Anstrengung im Freien vermeiden, ausreichend trinken, auf gefährdete Menschen achten und Warnhinweise ernst nehmen.
"Wir müssen uns darauf einstellen, dass solche Lagen häufiger und intensiver auftreten können. Für die Einsatzkräfte bedeutet das zusätzliche Einsätze unter ohnehin schwierigen Bedingungen. Umso wichtiger ist es, dafür die erforderlichen Ressourcen vorzuhalten", so Behrendt.
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