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FW LK Neunkirchen: Großbrand in Recyclingbetrieb in Wellesweiler - Feuerwehr bewältigt stundenlangen Großeinsatz

30.07.2026
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FW LK Neunkirchen: Großbrand in Recyclingbetrieb in Wellesweiler - Feuerwehr bewältigt stundenlangen Großeinsatz
Neunkirchen-Wellesweiler (ots) -

Wellesweiler. Ein Großbrand in einem Recyclingbetrieb für Druckbehälter im Gewerbegebiet Im Langenthal in Neunkirchen-Wellesweiler hat am Mittwochnachmittag, 29. Juli einen großangelegten Feuerwehreinsatz ausgelöst. Gegen 13:30 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr Neunkirchen alarmiert. Das Ausmaß des Brandes war für die Feuerwehrleute schon auf dem Weg zum Einsatzort unübersehbar: Eine gewaltige Rauchsäule stieg über dem Gewerbegebiet auf. Die Rauchsäule war nicht nur viele Kilometer weit zu sehen, sie machte auch eine Bevölkerungswarnung und sogar die Evakuierung naher Wohnhäuser nötig.

Vor Ort fanden die Einsatzkräfte eine äußerst gefährliche Lage vor. In dem Betrieb waren zahlreiche Spraydosen und Druckbehälter für den Recyclingprozess gelagert, die durch die enorme Hitze des Feuers explosionsartig zerbarsten. Druckbehälter wurden weit über das Betriebsgelände hinaus geschleudert und stellten eine erhebliche Gefahr für die Einsatzkräfte dar. Aus diesem Grund war ein unmittelbarer Löschangriff zunächst nicht möglich. Die Brandbekämpfung musste über längere Zeit ausschließlich aus sicherer Deckung und mit großem Abstand erfolgen. Trotz aller Hindernisse gelang es den Feuerwehrleuten sowohl einen großen Stickstofftank auf dem Betriebsgelände und einen benachbarten Metzgereibetrieb vor dem Feuer abzuschirmen und zu schützen.

Der intensive Industriebrand griff schnell auch auf die trockene Vegetation hinter dem Betriebsgelände aus. Über Wiesen und Baumreihen breitete sich das Feuer in der Vegetation einen steilen Hang hinauf in Richtung der Wohnhäuser im Distelfeld und an der Homburger Straße aus. Den Einsatzkräften gelang es jedoch, die Ausbreitung rechtzeitig zu stoppen und die Wohnbebauung zu schützen.

Dennoch mussten rund ein Dutzend Wohnhäuser mit insgesamt etwa 35 Bewohnerinnen und Bewohnern vorsorglich evakuiert werden. Zunächst erfolgte die Evakuierung aufgrund der drohenden Brandausbreitung, später stand vor allem die erhebliche Rauchbelastung im Vordergrund. Die Betroffenen wurden in einem nahegelegenen Gemeindezentrum betreut und konnten erst am späten Abend wieder in ihre Häuser zurückkehren.

Aufgrund der intensiven Rauchentwicklung wurde eine Bevölkerungswarnung ausgelöst. Diese konnte im Einsatzverlauf schrittweise verkleinert und in der Nacht zum Donnerstag schließlich vollständig aufgehoben werden. Mehrere Erkundungsfahrzeuge mit Messtechnik für chemische Stoffe führten umfangreiche Messfahrten im Umfeld des Brandes durch. Dabei konnten aber keine gesundheitsgefährdenden Schadstoffkonzentrationen festgestellt werden. Lediglich eine deutliche Geruchsbelästigung war in Teilen Neunkirchens sowie der benachbarten Stadt Bexbach wahrnehmbar.

Zur Unterstützung der Brandbekämpfung kamen zahlreiche Spezialkräfte und Sonderfahrzeuge zum Einsatz. Mit einem Löschroboter des Katastrophenschutzes aus dem Landkreis Sankt Wendel konnten beispielsweise Bereiche auf dem Betriebsgelände erreicht werden, an die Feuerwehrleute aufgrund der Brandausbreitung und Einsturzgefahr aus Sicherheitsgründen nicht vordringen konnten. Im weiteren Einsatzverlauf unterstützte die Werkfeuerwehr Bosch aus Homburg mit einem Teleskopmastfahrzeug, dessen leistungsstarker Wasserwerfer den Brand in der Industriehalle gezielt von oben bekämpfen konnte. Um auch am Boden den Löschangriff besser vorantragen zu können wurden mit dem Radbagger des Ortsverbandes Spiesen-Elversberg des Technischen Hilfswerkes Gebäudeteile entfernt und Glutnester freigelegt. Über den gesamten Einsatz hinweg kamen zudem mehrere Drohnen zur Luftaufklärung - auch mit Wärmebildkameras - der ausgedehnten Einsatzstelle zum Einsatz.

Am frühen Abend konnte der Brand schließlich unter Kontrolle gebracht werden. Die umfangreichen Nachlöscharbeiten dauerten jedoch die gesamte Nacht und bis in den Nachmittag des folgenden Donnerstages an.

Der Einsatz verlangte den Einsatzkräften aufgrund der extrem hohen sommerlichen Temperaturen jenseits der 30° C alles ab. In der schweren Schutzkleidung führten Hitze und körperliche Belastung zu mehreren hitzebedingten Ausfällen. Drei Einsatzkräfte mussten verletzt in Krankenhäuser gebracht werden. Auch ein Mitarbeiter des betroffenen Betriebes musste zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden. Zur medizinischen Absicherung des Einsatzes wurde ein Großaufgebot des Rettungs- und Betreuungsdienstes eingesetzt, das vor Ort einen Behandlungsplatz für die Versorgung der Einsatzkräfte einrichtete. Zusätzlich wurde auch Verpflegung mit Kaltgetränken, Snacks und einem Abendessen für die Einsatzkräfte bereitgestellt.

Insgesamt waren rund 150 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Deutschem Roten Kreuz (DRK), THW, Polizei sowie Energieversorgern aus den Landkreisen Neunkirchen, Sankt Wendel, Saarlouis sowie dem Saarpfalz-Kreis und dem Regionalverband Saarbrücken im Einsatz.

Vor Ort machten sich Innenminister Reinhold Jost, Landrat Sören Meng, Bürgermeisterin Lisa Hensler, der Zweite Beigeordnete der Kreisstadt Neunkirchen Thomas Hans sowie Landesbrandinspekteur Timo Meyer ein persönliches Bild der Lage. Kreisbrandinspekteur Michael Sieslack und Kreisbrandmeister Sascha Cattarius unterstützten die Einsatzleitung während des gesamten Einsatzes.

Rückfragen bitte an:

Feuerwehr Neunkirchen Pressesprecher Christopher Benkert

Telefon: 06821/40174-60 eMail: [email protected]

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