Lehrte (ots) -
Am Freitagabend wurde die Feuerwehr Hämelerwald sowie der Gerätewagen-Messtechnik aus Höver um 23:12 Uhr auf den Rastplatz Röhrse Süd an der A2 alarmiert. Ein Fahrer hatte an seinem dort parkenden LKW eine auslaufende Flüssigkeit bemerkt und die Feuerwehr gerufen.
Beim Eintreffen der ersten Kräfte bestätigte sich die Lage und die auslaufende Flüssigkeit war deutlich zu erkennen und drohte bereits in die Kanalisation zu gelangen.
Obwohl der LKW nicht mit Warntafeln für Gefahrgut versehen war, stellte sich bei der weitergehenden Lageerkundung anhand der Ladepapiere heraus, dass der LKW mit Isocyanate in IBC Containern beladen war. Bei diesem Stoff handelt es sich nicht um Gefahrgut im Sinne der Transportvorschriften, sondern um einen Gefahrstoff, der nicht durch eine Gefahrguttafel und einer UN-Nummer gekennzeichnet sein muss. Da dieser Stoff mit Wasser reagiert, Haut- und Augenreizungen hervorruft und zudem krebserregend sein kann, wurde durch den Einsatzleiter und Stadtbrandmeister Hendrik Voges der komplette Gefahrgutzug der Region Hannover Ost zur Einsatzstelle beordert.
In einem mehrstündigen Einsatz, bei dem die unmittelbar am LKW eingesetzten Kräfte nur unter Chemikalienvollschutzanzügen arbeiten konnten, wurde der bereits ausgetretene Stoff mit Chemikalienbinder sowie Sand abgedeckt und der leckgeschlagene IBC Container mit Unterstützung eines Radladers des THW geborgen. Zuvor musste ein großer Teil der Rastanlage von der Polizei geräumt werden und sie wurde auch für die gesamte Einsatzdauer gesperrt. Kritisch wurde es nochmal in der Nacht, als eine Gewitterfront über die Einsatzstelle zog und der Regen mit dem ausgetretenen Stoff reagierte und drohte in die Kanalisation gespült zu werden. Durch einen Damm aus Sand konnte dies jedoch erfolgreich verhindert werden. Nach der Sicherung des leckgeschlagenen IBC Containers sowie des ausgetretenen Stoffes, konnte die Einsatzstelle gegen 7:00 Uhr an die Autobahnmeisterei übergeben werden, welche sich um die fachgerechte Entsorgung und Reinigung kümmert.
Der Fahrer des LKW, der kurz mit dem Stoff in Berührung gekommen war, wurde durch den Rettungsdienst betreut, lehnte jedoch eine weitergehende Untersuchung und Behandlung in einem Krankenhaus ab. Weitere Personen wurden bei dem Einsatz nicht verletzt. Über den entstandenen Sachschaden kann keine Angabe gemacht werden.
Im Einsatz waren rund 130 Einsatzkräfte von der Feuerwehr, dem Rettungsdienst, dem THW, der Unteren Wasserbehörde und der Polizei.
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