Dresden (ots) -
Der planmäßige Probealarm des Sirenen-Warnsystems am Mittwoch, dem 8. Juli 2026, hat der Feuerwehr Dresden wichtige Erkenntnisse für die weitere Optimierung des Warnsystems geliefert. Die Auswertung der technischen Protokolle ist weitestgehend abgeschlossen.
Sicherheitsmechanismus funktionierte wie vorgesehen
Der Probealarm wurde um 15:00 Uhr planmäßig von der Integrierten Regionalleitstelle Dresden ausgelöst. Die Auslösung selbst erfolgte pünktlich und ordnungsgemäß. Im Normalbetrieb werden alle Sirenen einer Stadt zeitgleich angesteuert. Diese sogenannte Gruppenauslösung sorgt dafür, dass das Warnsignal nahezu gleichzeitig im gesamten Stadtgebiet ertönt. Beim gestrigen Probealarm trat jedoch ein zum Zeitpunkt der Auslösung nicht erkennbarer technischer Fehler auf. Dadurch konnte die vorgesehene Gruppenauslösung nicht durchgeführt werden. Das Sirenensteuerungssystem wechselte daraufhin automatisch in sein vorgesehenes Ausfallszenario. Statt alle Sirenen gleichzeitig auszulösen, wurden sie nacheinander einzeln angesteuert. Dieses Verhalten ist Bestandteil des Sicherheitskonzeptes des Systems. Es stellt sicher, dass die Warnung der Bevölkerung auch dann erfolgt, wenn eine gleichzeitige Auslösung aller Sirenen technisch nicht möglich ist. Die Folge war, dass das Sirenensignal in vielen Bereichen der Stadt mehrfach und über einen längeren Zeitraum wahrnehmbar war.
Warum sind Sprachdurchsagen nicht überall gleich gut verständlich?
Im Zusammenhang mit dem Probealarm erreichten die Feuerwehr Dresden erneut zahlreiche Rückmeldungen zur Verständlichkeit der Sprachdurchsagen. Viele Bürgerinnen und Bürger berichteten, dass diese teilweise nur schwer oder gar nicht verständlich gewesen seien. Die Auswertung des Probealarms bestätigt, dass sich die Verständlichkeit der Sprachdurchsagen durch die zeitversetzte Einzelansteuerung der Sirenen zusätzlich verschlechtert hat. An einigen Stellen überlagerten sich die Durchsagen mehrerer Anlagen. Unabhängig von diesem besonderen Ereignis ist die Verständlichkeit von Sprachdurchsagen über Sirenen jedoch grundsätzlich begrenzt. Die Ausbreitung von Schall wird durch zahlreiche Faktoren beeinflusst - beispielsweise durch Gebäude, Straßenschluchten, Wind, Verkehrslärm oder die Entfernung zur nächsten Sirene. Diese physikalischen Gegebenheiten lassen sich auch mit moderner Technik nicht vollständig ausgleichen. Deshalb kann dieselbe Durchsage bereits wenige hundert Meter voneinander entfernt unterschiedlich gut verstanden werden. Eine flächendeckend gleichbleibende Sprachverständlichkeit ist technisch nicht erreichbar.
Aus diesem Grund sind Sirenen Bestandteil eines mehrstufigen Warnsystems. Ihre wichtigste Aufgabe besteht darin, die Bevölkerung schnell auf eine Gefahr aufmerksam zu machen und Aufmerksamkeit zu erzeugen. Detaillierte Informationen und konkrete Verhaltensempfehlungen werden anschließend über ergänzende Warnmittel wie Cell Broadcast, Warn-App wie NINA, Rundfunk, digitale Stadtinformationstafeln sowie die Internet- und Social-Media-Kanäle der Landeshauptstadt Dresden und der Feuerwehr Dresden verbreitet. Der Probealarm hat seinen Zweck erfüllt
In Dresden werden die Sirenen derzeit viermal jährlich überprüft. Diese Probealarme dienen nicht nur der Kontrolle der technischen Funktionsfähigkeit der Anlagen, sondern auch dazu, das Verhalten des gesamten Warnsystems unter realen Bedingungen zu analysieren und Verbesserungspotenziale frühzeitig zu erkennen. Der Probealarm hat seinen Zweck voll erfüllt. Er hat nicht nur die Funktionsfähigkeit des Sirenenwarnsystems überprüft und einen technischen Fehler sichtbar gemacht, sondern erstmals unter realen Bedingungen wertvolle Erkenntnisse über das Verhalten des Warnsystems im vorgesehenen Sicherheitsmodus geliefert. Diese Erkenntnisse ermöglichen es der Feuerwehr Dresden, das Sirenenwarnsystem gezielt weiterzuentwickeln und die Warnung der Bevölkerung kontinuierlich zu verbessern. Die Erkenntnisse und die zahlreichen Rückmeldungen aus der Bevölkerung fließen in die weitere Bewertung ein. Sie liefern wichtige Hinweise darauf, wie das Warnsystem künftig noch robuster und die Warnung für die Bevölkerung noch wirksamer gestaltet werden kann.
Technische Bilanz
Beim Probealarm wurden mehr als 210 Sirenen angesteuert. Davon meldeten 22 Sirenen eine technische Störung zurück. Dies entspricht einer Quote von rund 10 Prozent. Weitere 14 Sirenen waren zum Zeitpunkt des Probealarms aufgrund von Bauarbeiten an den jeweiligen Gebäuden planmäßig außer Betrieb. Dies erfolgt unter anderem zum Schutz der dort tätigen Personen vor den hohen Schalldruckpegeln einer Sirenenauslösung oder aufgrund notwendiger Arbeiten an den Sirenenanlagen selbst. Alle gemeldeten Störungen werden nun analysiert und schrittweise behoben.
Der stellvertretende Amtsleiter Uwe Friedrich stellt fest: "Ein Probealarm dient nicht nur dazu, festzustellen, ob eine Sirene funktioniert oder nicht. Er zeigt uns auch, wie sich das gesamte Warnsystem unter realen Bedingungen verhält. Genau diese Erkenntnisse helfen uns, die Warnung der Bevölkerung kontinuierlich zu verbessern. Gleichzeitig möchten wir erklären, warum Sprachdurchsagen nicht überall gleich gut verständlich sind. Eine Sirene soll in erster Linie Aufmerksamkeit erzeugen und Menschen dazu veranlassen, sich über weitere Warnkanäle zu informieren. Sie ersetzt keine Lautsprecheranlage. Die Ausbreitung von Schall folgt physikalischen Gesetzen - und diese lassen sich auch mit modernster Technik nicht vollständig überwinden."
Dank an die Bevölkerung
Die Feuerwehr Dresden bedankt sich ausdrücklich bei allen Bürgerinnen und Bürgern für die zahlreichen Rückmeldungen zum Probealarm. Die Hinweise aus der Bevölkerung leisten einen wichtigen Beitrag zur Bewertung und Weiterentwicklung des Warnsystems.
Rückfragen bitte an:
Feuerwehr Dresden Pressestelle Feuerwehr Dresden Michael Klahre Telefon: 0351/8155-295 Mobil: 0160-96328780 E-Mail:
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